Gesundheit ohne Grenzen

Studienreise nach Veneto

Zusammenfassung der Fachexkursion mit den Projektpartnern aus Vysocina und Südmähren 05.-07.12.2012

Im Rahmen des Projekts „Gesundheit ohne Grenzen“ fand von 05.-07.12.2012 eine Studienreise nach Villach und die Region Veneto statt. Hier finden Sie eine detaillierte Zusammenfassung.

Sanicademia

Die Sanicademia – Internationale Fortbildungsakademie für Gesundheitsberufe EWIV entwickelt nachhaltige und zukunftsorientierte Ausbildungsprogramme im Spannungsfeld von Mensch, Gesundheit und Umwelt. Sie ist als Ergebnis der jahrelangen intensiven Zusammenarbeit zwischen den Regionen Friaul-Julisch Venetien, Veneto, Slowenien und dem Land Kärnten entstanden.

Der Hauptsitz ist in Villach mit Dependancen in Italien und Slowenien.

Ziel ist es, die Aus- und Weiterbildung über Grenzen hinweg zu pflegen und die persönlichen Verbindungen zu stärken.

 Weitere Schwerpunkte liegen auf:

·         Verbesserung der Fremdsprackenkompetenz der MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen

·         Projektmanagement

·         Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen

·         Organisation von Kongressen

·         Umsetzung von Projekten im Bereich der Adipositas

 

Gesundheitswesen in Italien

Das Gesundheitswesen wird in Italien über Steuern finanziert. Es existiert kein zentralstaatliches Gesundheitswesen, dies liegt in der Zuständigkeit der Regionen. Der Staat gibt das Geld direkt an die Regionen weiter. Jede Region ist autonom für die Gesundheitsversorgung ihrer Einwohner verantwortlich und finanziert die Krankhäuser und die niedergelassen Ärzte aus dem eigenen Regionalbudget. Die „Hausärzte“ wurden in „Familienärzte“ umbenannt und müssen sich nun an die regionalen Budgetziele halten.

 

CREMPE

Crempe ist die regionale Koordinierungsstelle für europäisches Projektmanagement der Region Veneto. Durch diese Stelle wird die effiziente Verwaltung von EU-Projekten sichergestellt. Dies umfasst das Verbindungsbüro in Brüssel, das regionale Management und Koordinierungsbüro der EU-Projekte, das Universitätsklinikum Verona und andere regionale Gesundheitsdienste.

 

Projekt HoNCAB (Hospital Network for Care Across Borders)

In diesem Projekt soll im Rahmen des neu aufzubauenden Netzwerkes europäischer Krankenanstalten die künftige Anwendung der Richtlinie „über die Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung“ in der Praxis getestet werden. Schwerpunkte des Pilotprojektes bilden Analyse und Vergleich der neuen Verrechnungsprozesse von ausländischen Gastpatienten mit bereits etablierten Prozessen.

Sowohl die Region Veneto, als auch der NÖ Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) sind in diesem Projekt als Projektpartner vertreten.

 

Krankenhaus dell’Angelo Mestre

Das Krankenhaus dell’Angelo ist das größte Krankenhaus der Region Venezien in Mestre (Stadtteil von Venedig), es besitzt die technologisch fortschrittlichste medizinische Einrichtung Italiens und wird als eines der modernsten Krankenhäuser in Europa beworben.

Der Krankenhauskomplex wurde unter anderem von Emilio Ambasz geplant, einem Architekten von Weltruf und einem Pionier im Bereich der nachhaltigen Architektur. Die innovative Philosophie der „Camouflage", bei dem sich das Gebäude perfekt in die umliegende Landschaft einfügt, wird besonders durch die große begrünte Platte deutlich, wo sich der Empfang und die Serviceeinrichtungen befinden. Darüber erheben sich sechs Etagen, in denen sich die einzelnen Abteilungen des Krankenhauses befinden, die nach Süden durch eine riesige Glasfront abgeschirmt sind. Der gesamte Komplex ist von einer 117.600 m² (von insgesamt 260.000 m²) großen Grünfläche umgeben. Im Park gibt es zwei Teiche, die auch als Wasserreserve im Falle eines Brandes dienen.

Das Krankenhaus wurde durch ein Public Privat Partnership finanziert. 50% wurden durch die öffentliche Hand getragen, 50% aus privater Hand. Eine private Verwaltungsgesellschaft ist zuständig für die Instandhaltung und Wartung des Gebäudes, Reinigung, Abfallentsorgung, Küche/Kantine für das Personal und Patienten, Einkaufsmöglichkeiten und andere Dienstleistungen. Der hierfür abgeschlossene Vertrag läuft über 29 Jahre.

Kennzahlen:

Errichtungskosten: ca.245 Mio. € (europaweite Ausschreibung)

20.000 Aufnahmen/Jahr

8.000 chirurgische Eingriffe/Jahr

Ca. 1700 Bedienstete, davon 200 Ärzte

680 Betten und 350 Zimmer